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Vernetzte Befundung - Bessere Versorgung

Pilotphase des Teleradiologieverbundes Ruhr beginnt

 

Präsentation im Rahmen des 3. RadiologieKongressRuhr (28.-30. Oktober 2010)

 

Bildgebende Verfahren wie Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen sind heute fester Bestandteil der medizinischen Diagnostik. In vielen Fällen geht es dabei um schnelle, teilweise überlebensrelevante Therapieentscheidungen. Während in den letzten Jahren immer neuere technische Verfahren entwickelt wurden, blieb die Kommunikation der gewonnenen Bilddaten weitestgehend auf das jeweilige Krankenhaus bzw. die radiologische Praxis beschränkt. So ist, wer als Patient vom Facharzt / Krankenhaus zurück zum Hausarzt geht, nicht selten immer noch mit einem großen Umschlag oder einer CD im Handgepäck unterwegs. Kritischer wird es noch, wenn ein Patient mit einer lebensbedrohenden Erkrankung in ein Krankenhaus eingeliefert wird und zur Behandlung in eine Spezialklinik verlegt werden muss. In diesem Fall werden die Bilddatenträger für eine Entscheidung zur Übernahme häufig zunächst per Taxi an diese Klink verschickt.

 

Mit der Gründung des Teleradiologieverbundes Ruhr soll dieses Vorgehen bald der Vergangenheit angehören. Das Lösungswort hierfür lautet DICOM E-Mail - eine herstellerübergreifende Standardempfehlung der Deutschen Röntgengesellschaft. Sie gewährleistet eine sichere und in jedem Fall schnellere Kommunikation zwischen den Akteuren und damit den Transfer sensibler medizinischer Bilddaten auf der Basis von E-Mail Kommunikation.

 

Ist die technische Infrastruktur für die digitale Mobilisierung der Bilddaten einmal geschaffen, ergeben sich verschiedenste Anwendungsszenarien. In der einjährigen Pilotphase des Teleradiologieverbundes Ruhr, an der zunächst 20 regionale Kliniken/Praxen* teilnehmen sollen, geht es primär um den Aufbau einer radiologischen Telekonsilinfrastruktur, sprich die Möglichkeit für den Radiologen, sich in diagnostisch kritischen Fällen eine oder mehrere fachspezifische Zweitmeinungen einzuholen zu können.

 

Neben den qualitativen Aspekten in der Versorgung können sich, durch die räumliche Entkopplung von Bildaufnahme (durch MTRA) und Bilddiagnostik (durch Radiologen), zudem auch ökonomische Vorteile für die Krankenhäuser (bspw. durch einen regionalen radiologischen Bereitschaftsdienst) ergeben.

 

Der Teleradiologieverbund Ruhr ist eine Gemeinschaftsinitiative im Rahmen des MedEcon-Projektes "Klinikcluster Ruhr", durch das Entwicklungs- und Systempartnerschaften zwischen regionalen Unternehmen und Kliniken gefördert werden sollen. Die Firma VISUS stellt die technische Lösung zur Verfügung und übernimmt den IT-Betrieb. Hierbei wurde das Fraunhofer Institut für Software und Systemtechnik mit der Entwicklung eines Verzeichnisdienstes beauftragt. Das ZTG stellt die Einhaltung des Datenschutzes sicher und die contec erarbeitet mit den Pilotanwendern Kooperations- und Vergütungsmodelle.

 

Anlässlich des RadiologieKongressRuhr 2010 in Bochum wird Kongresspräsident Prof. Dr. Lothar Heuser (Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer) als Schirmherr den offiziellen Startschuss für den Teleradiologieverbund Ruhr geben.

 

 

Hier finden Sie die vollständige Pressemitteilung der MedEcon Ruhr.



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