
Bochum, 22. September 2011 - "Um bei 60.000 Röntgenaufträgen im Jahr eine schnelle Befunderstellung und klinikweit reibungslose Prozesse zu gewährleisten, benötigen wir ein PACS", stellt Dr. Gerhard H. Simon, Chefarzt der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Nuklearmedizin im Klinikum Garmisch-Partenkirchen fest. "Im onkologischen Zentrum sind die Ärzte darauf angewiesen, Krankheitsverläufe zu beurteilen und müssen dazu auf Vorbefunde zurückgreifen. Wenn man solch hohe Ansprüche verfolgt wie wir, kann man ohne PACS gar nicht sinnvoll arbeiten", meint auch Dr. Holger Vogelsang, Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Endokrine Chirurgie.
Seit August 2009 setzt das Klinikum auf JiveX vom Bochumer Bildmanagementspezialisten VISUS. Die Planungen waren von Beginn an so ausgerichtet, dass das PACS das gesamte medizinische Bildmaterial aller Abteilungen integrieren kann. Aktuell sind insgesamt 47 Modalitäten an JiveX angebunden, bisher wurden etwa 135.000 Studien dauerhaft gespeichert. Dazu gehören z. B. Herzkatheter-Filme und EKGs aus der Kardiologie. Auch das Endoprothesen-Planungssystem wurde eingebunden, so dass Planungsbilder und Daten im PACS abgelegt und von dort aus weiter bearbeitet werden können. Und mittels des Analog Modality Gateway von VISUS werden Bilder von pathologischen Präparaten und die Wunddokumentation mit der Digitalkamera im PACS zur Verfügung gestellt. Als letzter wesentlicher Baustein ist die Anbindung des gastroenterologischen Endoskopie-Systems im kommenden Jahr vorgesehen.
Dieses umfassende Bildmanagement ermöglicht auch eine interdisziplinäre Nutzung des Systems, die mehr als nur die Bildspeicherung und -verteilung beinhaltet. So ist es durch eine entsprechende Konfiguration möglich, dass jede Abteilung 'ihre' Bilder für eigene Demonstrationen vormerkt. Möglich werden die reibungslosen Abläufe durch eine tiefe Integration des PACS in das Krankenhaus-Informationssystem (KIS) iMedOne mit Radiologie-Modul von Tieto. Hierzu wurde der PACS Viewer mit Patientenbezug und Übergabe der Nutzerberechtigung in den Arzt-Arbeitsplatz des KIS eingebunden. Eine separate Funktion ("PACS-to-Word-Assistent") ermöglicht die Einbettung der Bilder in die Arzt- und Befundbriefe. "Das ist ein Meilenstein. Wie viele Klicks man so auslassen kann ist toll", zeigt sich Chefchirurg Dr. Vogelsang begeistert.
Auch von zuhause können die Ärzte auf das Bilddatenmanagementsystem zugreifen und Untersuchungen betrachten. So kann eine schnelle Zweitmeinung eingeholt oder zeitnah das weitere Vorgehen bei unklaren Befunden abgestimmt werden. Zuweisende Ärzte sollen künftig auf Basis von DICOM Mail angebunden werden. Diese Technologie entspricht den Spezifikationen der Deutschen Röntgengesellschaft und ermöglicht eine einfache bidirektionale Kommunikation durch direktes asynchrones Versenden und Empfangen von Bildern im DICOM Format.
"Das PACS bietet ökonomische Vorteile für die Anwender, administrative für die IT und finanzielle für die Verwaltung", stellt EDV-Leiter Dr. Thomas Schmeidl heraus. Aber auch der Patient profitiert, wie Dr. Vogelsang ausführt: "Durch unser PACS ist die Behandlung besser und sicherer geworden. Das liegt hauptsächlich an der zeitnahen Verfügbarkeit aller notwendigen Informationen." So ist das Klinikum Garmisch-Partenkirchen heute durchaus eine Besonderheit: ein Haus mit unterdurchschnittlicher Verweildauer bei überdurchschnittlich alten Patienten im ländlichen Raum.
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