Als Kooperationspartner von mehr als acht zertifizierten Tumor-/Organzentren und ambulanten spezialärztlichen Versorgungen (ASV) nimmt das Strahlentherapie Zentrum Bochum (MVZ GmbH) einen wichtigen Part in der onkologischen Versorgung im Großraum Bochum ein. Nahezu täglich steht für die Strahlentherapeuten eine Tumor­konferenz bei einem der Kooperationspartner auf dem Programm, im Rahmen derer bis zu zwanzig Patientenfälle interdisziplinär diskutiert und Therapiewege erarbeitet werden. Der schnelle und gezielte Zugriff auf die jeweiligen Bilddaten und Bestrahlungsdokumentationen ist in diesen Szenarien ein Muss, um eine exzellente Behandlung zu gewährleisten. 

Auf die Vernetzungsstruktur des Westdeutschen Teleradiologieverbunds (TRV) kann das Zentrum dabei nicht verzichten, davon ist PD Dr. Stefan Könemann, Strahlentherapeut und Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrums, überzeugt: „Müssen Bilder zum Beispiel erst von einem externen Speichermedium geladen werden oder sind Voraufnahmen gar nicht vorhanden, gerät die ganze Tumorkonferenz und der weitere Behandlungsablauf ins Stocken – und damit der Arbeitsalltag aller beteiligten Fachärzte, die – wie etwa wir – extra für die Konferenz anreisen. De facto rauben uns solche Verzögerungen wertvolle Zeit, die uns dann nicht für die eigentliche Patientenversorgung zur Verfügung steht. Und natürlich hat auch der betroffene Patient das Nachsehen, weil die Qualität der Behandlung unter dem Informationsleck leidet.“

Mittlerweile ist der größte Teil der Kooperations­partner des Strahlentherapie Zentrums Bochum Teilnehmer des Westdeutschen Teleradiologieverbunds, was die Arbeit in den interdisziplinären Konferenzen schneller und effektiver macht. „Wir können die Konferenzen und die weitere Behandlung viel besser vorbereiten und planen, indem wir die Bilddaten über den Verbund im Vorfeld an die Einrichtung senden oder erhalten, welche das Tumorboard ausrichtet. Das klingt banal, ist es bei der großen Menge an Daten aber nicht“, so Stefan Könemann. 

Schneller fusioniert und versorgt

Auch die Prozesse im eigenen Haus werden durch die Infrastruktur des TRV optimiert - zum Beispiel das erste Auf­klärungs­gespräch mit neuen Patienten. Aktuell arbeiten im Strahlentherapiezentrum Bochum mehr als drei Mitarbeiter daran, Bilddaten von Patientinnen und Patienten noch vor deren erstem Termin zu beschaffen.

Dr. Stefan Könemann
„Onkologische Therapien erfordern schnelles Handeln. Wenn ein Patient zu uns kommt, erwartet sie oder er zu Recht, dass wir bereits eine detallierte Vorstellung vom Behandlungsplan haben und mit der Therapie zeitnahe beginnen. Dafür brauchen wir alle Bild­daten und Informationen möglichst einen Tag bevor der Patient bei uns vorstellig wird. Eine Übertragung der Daten über den Teleradiologieverbund ist eine extrem wertvolle Unterstützung, die viel Zeit und personelle Ressourcen spart.“

Dr. Stefan Könemann

Strahlentherapeut und Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrums Bochum

Ressourcen werden auch bei der Bestrahlungsplanung effektiver eingesetzt. Denn die vorab übermittelten Bilddaten – zum Beispiel MRT-Aufnahmen eines Gehirntumors oder Prostatakarzinoms – können direkt für die Bildfusion mit der zentrumseigenen Software verwendet werden. Um eine solche Integration zu erreichen, bedarf es einer Schnittstelle zum Hersteller der Planungssoftware. Für einen geübten IT-Administrator stellt dies aber keine Hürde dar. „Wir kommen nicht darum herum, hier bei uns ein CT zu erstellen. Die technischen Anforderungen einer Hochpräzisionsbestrahlung sehen das eindeutig für jeden Patienten so vor. Allerdings können wir zum Beispiel auf die Gabe von Kontrastmitteln verzichten, wenn wir die Voraufnahmen einer externen Einrichtung in unsere Planungssoftware einfließen lassen können“, erklärt der Facharzt für Strahlentherapie.

Mehr Bidirektionalität wagen

Mit dem reinen Empfangen der Bild­daten ist für Stefan Könemann das Potenzial des Westdeutschen Teleradiologieverbunds noch nicht ausgeschöpft. Eine entscheidende Workflowoptimierung kann seiner Meinung nach durch den Austausch der Dosisverteilungsdaten und der Bestrahlungsbefunde erreicht werden: „Wir Strahlentherapeuten empfangen hauptsächlich Daten. Dabei haben wir selbst ja auch Daten, die wir an nachfolgend behandelnde Ärzte kommunizieren müssen. Zum Beispiel, wenn ein Patient nach Abschluss der Strahlentherapie im Rahmen der Nachsorge bildgebende Untersuchungen bekommt und der Radiologe zur Befundung des Therapieansprechens die Informationen be­nötigt, wie und in welcher Lokalisation bestrahlt wurde. Momentan erfolgt dieser Austausch größtenteils analog. 

Je stärker die Vernetzung der Disziplinen und der Einrichtungen ist und je besser die Kommunikation untereinander funktioniert, desto effizienter und erfolgreicher wird die Versorgung von Menschen mit Krebs­erkrankungen. Stefan Könemann kann seine Kollegen aus dem Bereich der Strahlen­medizin darum nur ermuntern, das Angebot des Westdeutschen Teleradiologieverbundes wahrzunehmen. 

Welche weitern Vorteile der TRV für die Patientenversorgung hat erfahren Sie hier.
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