• Interest Group for AI in Imaging

Die „Interest Group for AI in Imaging“ (AIGI) nimmt im Januar ihre Arbeit auf und setzt sich für eine Optimierung und stärkere Nutzung von IHE Profilen beim Einsatz von AI (Artificial Intelligence / Künstliche Intelligenz) ein. 

So langsam gehören KI Anwendungen zum Standard in der radiologischen Befundung. Zeit also, auch mit Standards zu arbeiten. Zwar gibt es mit IHE AIW-I und IHE AIR bereits zwei IHE Profile speziell für die Einbindung Künstlicher Intelligenz (KI) und der Kommunikation mit DICOM Daten. Deren Implementierung in den Anwendungen erfolgt bisher aber eher zögerlich. Auf Initiative von Marc Kämmerer, Mitglied des IHE Europe Steering Commitees und bei VISUS verantwortlich für das Innovationsmanagement, soll sich das nun ändern – zum Nutzen der Anwendenden, der PACS- und der AI-Hersteller und der KI-Marktplatzbetreiber.

Bidirektionale Datenkommunikation wird anwenderfreundlicher

Die Nachfrage nach solchen Standardisierungen ist groß, das zeigt auch das enorme Interesse aller Stakeholdergruppen an der aktiven Teilnahme in der Taskforce. Schon zur Gründung Anfang Dezember 2022 versammelten sich rund 14 AI-Hersteller erstmals an einem runden Tisch. Offiziell nimmt die Taskforce ihre Arbeit Anfang Januar 2023 mit einem deutlich erweiterten Kreis von Herstellern und Anwendern auf.

Konkret besteht diese darin, auf Basis der genannten Profile die gesamte Prozesskette zwischen Nutzenden und AI-Lösung auf die praktische Anwendbarkeit und Umsetzbarkeit hin zu prüfen. Bisher nicht ausreichend abgedeckte Bereiche sollen sukzessiv bearbeitet werden und in Form von Correction Proposals oder neuen Integrationsprofilen in die internationale Standardisierung eingebracht werden.
Ein Beispiel für einen ersten Arbeitsfokus: Versendet eine Radiologin oder ein Radiologe aktuell DICOM Daten an eine KI, gibt es keinerlei Rückmeldung dazu, wie lange es dauert, bis das Ergebnis ins PACS kommt. Soll man warten oder schon mal mit dem nächsten Patienten beginnen? Genau das ist dann die Frage (die vermutlich jedes Mal falsch entschieden wird). Über das IHE AIW-I Profil könnte hier eine Statusabfrage standardmäßig integriert werden. 

Gleiches gilt für Fehlermeldungen, die bisher allenfalls in Form leerer Reporte oder Systemabstürzen erfolgen. Hier sollen – ähnlich wie bei DICOM E-Mail – Rückmeldungen erfolgen, ob und welcher Art ein Fehler vorliegt. Im Sinne der Interoperabilität müssten hierfür die Inhalte dieser Meldungen definiert werden, so dass sie die gleiche Aussagekraft unabhängig im Anzeigesystem besitzen. 
Ein weiteres Beispiel: Bei der Befundung kann es sinnvoll sein, bestimmte Auswertungen prominent auf die Oberfläche zu spielen – zum Beispiel Malignitätsgrade in der Mammografie. Grundsätzlich ist das zwar über DIOCM-SR Objekte möglich aber auch hier stecken die Herausforderungen im Detail.

KI Zugang darf nicht proprietär sein

„Die Arbeit an diesen Standards ist sehr wichtig, um möglichst frühzeitig verbindliche Strukturen in die KI Prozesse zu implementieren. Aktuell stellen wir fest, dass viele KI-Anbieter und KI-Marktplatzbetreiber mit APIs arbeiten. Für die PACS Hersteller ist es aber unmöglich, alle im Markt angebotenen APIs zu bespielen. Aktuell haben wir schon weit über 20 KI-Marktplatzbetreiber und mehrere Hundert KI-Anbieter. Hier müssen wir schnell Lösungen finden, die am Ende allen Beteiligten – Herstellern und Anwendenden – zugute kommen. An der positiven Resonanz auf unsere Taskforce erkennen wir, dass das zum Glück alle beteiligten Parteien ähnlich sehen. Und auch die IHE musste nicht lange von der Gründung der Gruppe überzeugt werden“, freut sich Marc Kämmerer über den Zuspruch aus der Industrie und der Praxis.

Die AIGI Taskforce ist offen für weitere Mitglieder aus den Reihen der Anwender, der PACS-Hersteller, der KI-Hersteller und der KI-Marktplatzbetreiber.

Dr. Marc Kämmerer - VISUS

Dr. Marc Kämmerer

Innovationsmanagement, Facharzt für Radiologie

Tel +49 234 93 69 30
kaemmerer(at)visus.com

 

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