ePa, ISiK, AI Act: Wir verbinden Sie mit der Zukunft

ePa, ISiK, AI Act: Wir verbinden Sie mit der Zukunft

Die zunehmende Vernetzung über Sektoren, Institutionen und Grenzen hinweg ist eines der bestimmenden Themen der Health-IT. Die Anbindung an die ePA ist eine der vielen Anforderungen, die Krankenhäuser aktuell umsetzen müssen. Der GFO-Verbund nutzt dabei unser JiveX Healthcare Content Management.

Dass der Begriff „IT-Schulung" beim medizinischen Personal Stirnrunzeln und Kopfschütteln auslösen kann, weiß Jo Knappstein natürlich genau. Momentan ist die vorherrschende Reaktion eher ein Schmunzeln. Denn beim jüngsten IT-Vorhaben des GFO-Verbundes mit seinen 19 Krankenhausstandorten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hielt sich der Trainingsaufwand für Ärztinnen und Ärzte in sehr überschaubaren Grenzen. Wäre es nach dem Projektleiter der „ePA für alle" gegangen, hätte man womöglich sogar gänzlich auf Schulungen verzichten können.

Denn der katholische gemeinnützige Träger ist bei der Umsetzung der gesetzlichen Anforderung, Behandlungsdaten in die elektronische Patientenakte einzustellen, einen besonderen Weg gegangen. Anders als die Mehrheit der deutschen Kliniken hat man für den Datentransfer nicht ein Krankenhausinformationssystem (KIS) erweitert. Stattdessen nutzt man eine von uns bereitgestellte Schnittstelle über das JiveX Healthcare Content Management (HCM). „Und das funktioniert mit wenigen Klicks sehr intuitiv", freut sich Jo Knappstein.

Spätestens seit Anfang dieses Jahres hat die neueste Entwicklungsstufe der „ePA für alle" das Management und die IT-Abteilungen in deutschen Kliniken auf Trab gehalten. Am 1. April ist nämlich die gesetzliche Frist für die aktive Nutzung der ePA in Krankenhäusern abgelaufen. Einrichtungen, die das Modul „ePA 1.0" nicht einsetzen können, droht seither eine Kürzung der Telematikinfrastruktur-Pauschale um 50 Prozent.
Doch die ePA ist nicht die einzige Anforderung, die auf das Gesundheitswesen derzeit und in den kommenden Jahren zukommt. Immer dringlicher stellt sich für Kliniken wie auch Arztpraxen daher die Frage nach der Zukunftsfähigkeit ihrer IT-Systeme. Akut geht es darum, ein ohnehin bürokratisch massiv überlastetes System nicht noch weiter zu verkomplizieren. Perspektivisch darum, mit Daten, die zählen, Mehrwerte für Patientinnen und Patienten wie auch für die Einrichtungen selbst zu schaffen.

Nutzen oder doch ein Mehraufwand?

Am offensichtlichsten dürfte dies wohl beim DIX-Standard (DIN/TS 19455) gelingen, auf den sich die Health-IT-Branche geeinigt hat: In einer Zeit, in der CDs vor allem ein Medium für Musikliebhaber geworden sind, dürfte der neue Standard für den digitalen Bilddatenaustausch für alle Beteiligten als klarer Gewinn empfunden werden. Wir haben daran in Person von Dr. Marc Kämmerer mitgearbeitet, ebenso wie an IHE AIRA, dem neuen Standard für KI-Validierungs- und Verteilworkflows. Dieser Standard erfüllt die seit März 2026 gültigen Vorgaben des EU AI Act.

Bei anderen regulatorischen Anforderungen tut man gut daran, Ärztinnen und Ärzte in der Anfangsphase keine übertriebenen Versprechungen zu machen. Der im März 2025 in Kraft getretene Europäische Gesundheitsdatenraum (EHDS) etwa „trägt zunächst tatsächlich nicht zum Bürokratieabbau bei", sagt Elena Fomin, Business Development Manager bei CGM Clinical. Und bei der ePA-Integration steht der perspektivische Nutzen einem zumindest gefühlten Mehraufwand entgegen – wobei sich der Eindruck verflüchtigen kann, wenn man bedenkt, wie Arztbriefe und sonstige Dokumente bislang übermittelt wurden.

JiveX HCM als zentrale Datenplattform

Dennoch: „Keine unnötige Mehrbelastung" muss das oberste Gebot bei der Umsetzung neuer Standards und Vorschriften lauten. Im GFO-Verbund ist man diesbezüglich mit der Umsetzung der ePA-Schnittstelle sehr zufrieden. Aber warum überhaupt die Anbindung über JiveX HCM und nicht über ein KIS? Die Antwort beginnt in der Vergangenheit. Denn nach mehreren Übernahmen verfügen die Krankenhäuser der GFO noch über zwei verschiedene KIS, berichtet Stefan Napiletzki, Teamleiter Klinische Plattformen und Systemintegration bei der GFO. „Wir haben aber entschieden, dass alle Systeme um die KIS nach dem Best-of-Breed-Konzept aus einer Herstellerhand ausgewählt werden."

Stefan Napiletzki - GFO
„JiveX HCM ist für uns die zentrale Drehscheibe."

Stefan Napiletzki

Teamleiter Klinische Plattformen und Systemintegration bei der GFO

Nach dieser Maßgabe hatte man JiveX HCM als beste Lösung für das Dokumentenmanagement identifiziert. „So funktioniert der Prozess ePA nun in allen unseren Häusern gleich." Und weil JiveX HCM in beide KIS eingebettet ist, müssen Nutzerinnen und Nutzer nicht in eine neue Umgebung wechseln, sondern finden sich denkbar einfach zurecht. Einfach die gewünschten Dokumente zum Up- bzw. Download auswählen, einmal klicken – das war es schon. Und deshalb braucht es eben auch keine zeitaufwändigen Schulungsmaßnahmen, sondern nur einige Dokumentationen sowie wenige Präsentationsveranstaltungen.

Daneben versteht man bei der GFO JiveX HCM nicht als bloßes Archiv, betont Napiletzki. „Es ist für uns die zentrale Drehscheibe in der Mitte des Behandlungsprozesses." Die ePA-Anbindung sei hier nur ein konsequenter Schritt mehr in der strategisch verankerten Roadmap. Künftig sollen in JiveX HCM auch Daten aus dem externen Labor und den vielen radiologischen Praxen, mit denen der Verbund arbeitet, landen. Und weil man bei der GFO auch jüngst wieder das Gefühl hatte, dass „dass unsere Bedürfnisse und Anliegen als Kunde von VISUS verstanden werden", blickt man darauf mit Optimismus.

Wie Sie die Systemvielfalt in den Griff bekommen

Was die grundsätzliche Herausforderung angeht, ist die GFO alles andere als ein Einzelfall. Denn durch die Konzentrations- und Fusionsprozesse in der deutschen Krankenhauslandschaft dürften die Systemvielfalt sowie die Aufgabe einer intersektoralen Vernetzung noch deutlich zunehmen. Vom „bisherigen Höchststand des Transformationslevels" sprach die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon anlässlich der Anfang April veröffentlichten Ausgabe des bkw-Curacon-Fusionsradars. Mit 167 gemeldeten Transaktionsaktivitäten war 2024 im deutschen Krankenhausmarkt das nächste Rekordjahr nach 2023 (158 Meldungen) – für die Autoren des Radars ein klarer Effekt der Krankenhausreform.

„Unter dem Gesichtspunkt der Prozesseffizienz ist es in dieser Situation erst recht sinnvoll, für medizinische Daten einen Single Point of Truth zu definieren, anstatt Dokumente erst in ein KIS und danach in ein Dokumentenmanagementsystem zu transferieren", erklärt unsere Produktmanagerin Lena Taprogge. Zudem könne es auch nachträglich kosteneffizienter sein, nur ein HCM nachzurüsten, anstatt Add-ons für mehrere KIS zu lizenzieren.

So profitieren Sie von ISiK Stufe 3 

Lena Taprogge ist bei uns produktseitig nicht nur für die Implementierung des ePA-Features verantwortlich, sondern auch für den Dokumentenaustausch über die ISiK-Schnittstelle. Zur Erinnerung: ISiK, der Standard für informationstechnische Systeme in Krankenhäusern, soll für dort eingesetzte IT-Systeme eine herstellerübergreifende, verbindliche „Sprache" für den Transfer von Gesundheitsdaten schaffen. Anders als bei der ePA sind von den Vorgaben von ISiK Stufe 3 aktuell aber nur Systemanbieter betroffen. Schon deshalb sei es für Kunden nicht klar ersichtlich, welcher Nutzen damit schon jetzt verbunden ist, erklärt Lena Taprogge. Vor allem aber reiche die Erfüllung von ISiK Stufe 3 in der Praxis nicht aus.

Lena Taprogge - VISUS
„Wir haben ISiK workflowfähig gemacht."

Lena Taprogge

Produktmanagerin VISUS

Also haben wir nachgelegt. Konkret heißt das: Ab Version 5.8 von JiveX sind ISiK-Abfragen so gestaltet, dass Nutzerinnen und Nutzer nur nach sinnvollen Parametern und deren Kombination fragen können. Sollten dennoch große Ergebnismengen entstehen, garantiert ein Paging bei der Ergebnisrückgabe Performance. Und sind mehrere Systeme im Einsatz, etwa an verschiedenen Standorten, ist eine standortübergreifende Abfrage möglich. „Damit haben wir ISiK im Klinikalltag workflowfähig gemacht."

Übrigens: Eine zusätzlich erhältliche Lizenz vereinfacht auch den Austausch mit der ePA, jedenfalls für Institutionen, die MEDICO, das KIS des CGM-Konzerns, nutzen. Die Lizenz sorgt dafür, dass MEDICO für den Upload in die ePA nur die Dokumente aus JiveX HCM über die ISiK-Schnittstelle bezieht und nur die Daten zurückgibt, die dem MEDICO KIS noch nicht vorliegen. So werden doppelte Datenhaltung und -anzeige vermieden. Denn auch Daten, die zählen, braucht es nur einmal.