Das Document Repository: Eine ID für jede Lage

Sozialstiftung Bamberg

Für die Sozialstiftung Bamberg ist die Erweiterung des CGM Clinical Archive ein Schlüsselbaustein auf dem Weg zur Interoperabilitätsplattform. Denn sie schafft die Voraussetzung, um alle wichtigen Patienteninformationen perspektivisch mit Metadaten anzureichern.

Wer in Oberfranken lebt, für den führt an der Sozialstiftung Bamberg  kaum ein Weg vorbei. Als „Ansprechpartner für fast alle Lebenslagen“ beschreibt sich der Verbund, der sich vor etwas mehr als 20 Jahren gründete und seitdem beständig gewachsen ist, auf seiner Webseite selbst. Rund um das Klinikum am Bruderwald als Maximalversorger der Region gehören zur Stiftung zum Beispiel ärztliche Praxiszentren und ein Zentrum für rehabilitative Medizin. Zudem umfasst sie das Zentrum für Senioren, das wiederum vom Quartiersbüro bis zum Demenzzentrum verschiedenste Bedürfnisse abbildet. 

Jan de Boer - Sozialstiftung Bamberg
„Die große Herausforderung bei der Bereitstellung historischer Dokumente ist die Tatsache, dass ich mich auf die Quelle verlassen können muss.“

Jan de Boer

IT-Projektmanager Sozialstiftung Bamberg

Patrick Merdian - Sozialstiftung Bamberg
„Als wir im Rahmen der Projektinitiierungsphase die Fördermittel beantragten, hatten wir ein Zielbild vor Augen, kannten aber ehrlich gesagt den Weg noch nicht. Dank der Zusammenarbeit mit dem Team der CGM haben wir die nötige Denkweise verstanden“

Patrick Merdian

Projektleitung KHZG Sozialstiftung Bamberg

Die Vision einer nahtlosen Reise für die jährlich rund 45.000 akutstationären sowie 130.000 teilstationären und ambulanten Patientinnen und Patienten scheint hier in greifbarer Nähe zu sein. Was dies bislang verhinderte, war die Durchlässigkeit der Daten. „Wir konnten nicht abbilden, dass der Patient beim Wechsel von einer Einrichtung zur nächsten unter dem gleichen Dach bleibt, sondern mussten ihn quasi immer wieder neu aufnehmen,“ sagt Patrick Merdian, Projektleiter KHZG bei der Sozialstiftung Bamberg.
 
Dies soll sich nun ändern. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das CGM Clinical Archive. Denn die Erweiterung des Dokumentenarchivs des VISUS Mutterkonzerns sorgt unter anderem dafür, dass Dokumente von Patientinnen und Heimbewohnern aller Einrichtungen der Sozialstiftung Bamberg in einem einheitlichen Datentopf - einem Document Repository - verfügbar sind. 

CGM Clinical Archive sorgt ergänzend dafür, dass jedes Dokument in der zentralen Interoperabilitätsplattform der Sozialstiftung registriert wird. Bei Bedarf, und falls die Patientin bzw. der Patient nicht widersprochen hat, können behandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte Dokumente einer Person aus allen Einrichtungen über eine eigene Benutzeroberfläche aus dem CGM Clinical Archive abrufen und sich anzeigen lassen. Die Erweiterung des CGM Clinical Archive ist Teil eines groß angelegten Projekts für eine Interoperabilitätsplattform, die durch Mittel aus dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) ermöglicht wird.

Interoperabel dank IHE-Konformität

„Als wir im Rahmen der Projektinitiierungsphase die Fördermittel beantragten, hatten wir ein Zielbild vor Augen, kannten aber ehrlich gesagt den Weg noch nicht. Dank der Zusammenarbeit mit dem Team der CGM haben wir die nötige Denkweise verstanden“, so Patrick Merdian. Und so funktioniert der Prozess systemseitig: Aus den diversen Patientinnen und Patienten, die in den jeweiligen patientenführenden Systemen angelegt sind (und hinter denen sich tatsächlich ein und dieselbe Person verbirgt), wird mit Hilfe eines weiteren Systems, des Master Patient Index (MPI), eine eindeutige ID für jede Person gebildet. Als Schnittstelle zwischen dem Register und dem CGM Clinical Archive als zentralem Document Repository dient die Integrationskomponente i.Pack von CGM.  

Der große Mehrwert abseits der eindeutigen Patientenzuordnung: Weil alle Bestandteile dieses Konstrukts auf den Standards der Initiative IHE (Integrating Healthcare Enterprises) für Interoperabilität basieren, ist es sinnvoll möglich, die im CGM Clinical Archive gespeicherten Dokumente mit Metadaten anzureichern – die Voraussetzung dafür, dass das medizinische Personal innerhalb des Verbunds alle wichtigen Informationen eines Patienten einsehen kann. 

Es geht um 194 Dokumenttypen 

Doch was sind „wichtige“ Informationen? Und wie lange sollten sie in die Vergangenheit zurückreichen? „Die große Herausforderung bei der Bereitstellung historischer Dokumente ist die Tatsache, dass ich mich auf die Quelle verlassen können muss“, erklärt Jan de Boer, IT-Projektmanager der Sozialstiftung Bamberg. In der Praxis führt dies dazu, dass die Sozialstiftung höchstens einen dreijährigen Zeitraum abbilden will.

Noch größer war die Frage der Relevanz, denn klare Vorgaben zu gewünschten Metadaten gab es beim Projektstart Anfang 2024 noch nicht. So startete die Projektleitung mit dem Klinikdirektorium einen Auswahlprozess. Übrig blieb eine noch immer stattliche Menge: 194 Dokumenttypen mit etwa 24 Millionen Dokumenten allein für die Kliniken und noch viel mehr Metadaten.

Führt man sich vor Augen, dass das Document Repository und der Master Patient Index Teil einer noch umfassenderen Plattform sein sollen, ist klar, wie groß die Aufgabe der Umsetzung ist. IT-Experte de Bor ist von der Strategie überzeugt. Aus seiner Sicht ist sie „der klügere Weg, um strukturiert Daten bereitzustellen und perspektivisch für weitere Anwendungsfälle zu nutzen“. 

Die Sozialstiftung Bamberg

Die Sozialstiftung Bamberg bildet seit 2004 das Dach über einem Verbund, der für Menschen in ganz Oberfranken Ansprechpartner für nahezu alle Lebenslagen ist: Herzstücks ist das Klinikum Bamberg mit zwei Standorten, 24 Kliniken und über 1.000 Betten. Zur Stiftung gehören u. a. ärztliche Praxiszentren, ein Zentrum für rehabilitative Medizin sowie ein Zentrum für Senioren.

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