• Stiftung Mathias-Spital in Rheine

Mit Blick in die Zukunft ist nur eines gewiss: Alles ist im Wandel, nichts bleibt, wie es ist. Bei der Planung einer Krankenhaus-IT-Infrastruktur muss diese Unwägbarkeit immer mitberücksichtigt werden. Ein klassisches Paradoxon? Nicht mit einer auf Standards ausgerichteten Strategie. Denn die überdauert kurzfristige Trends und rüstet sogar für das langsame Erwachen des dauerschlafenden Riesen namens Telematikinfrastruktur. Die Stiftung Mathias-Spital Rheine entschied sich für diesen Weg und setzte auf das JiveX Healthcare Content Management (HCM). Schon während der Implementierungsphase erwies sich diese Entscheidung als sehr klug.

IHE-konform, patientenfokussiert, zukunftssicher

„Als wir den Vertrag mit VISUS im Frühjahr 2018 unterschrieben haben, konnten wir noch nicht voraussehen, dass wir während des Projekts auch das PACS austauschen würden. Wir haben auch nicht recht geglaubt, dass die Telematikinfrastruktur mit der ePA eine echte Alternative zu den bis dato gängigen IHE-Akten bieten würde. Und woran wir nicht im Traum gedacht hätten, war eine Pandemie, die sowohl den Krankenhausbetrieb als auch den gesamten Alltag aus den Fugen heben würde“, erklärt Dirk Hoffmann, IT-Leiter in der Stiftung Mathias-Spital in Rheine. Gefragt nach den Auswirkungen dieser nicht unbedeutenden Ereignisse auf den Projektverlauf bleibt er gelassen: „So gut wie keine. Wir sind ein paar Wochen später als geplant an den Start gegangen. Und die Anwender mussten auf eine Liveschulung vor Ort verzichten. Das war es aber auch schon.“

Endlich alle medizinischen Daten auf einen Blick

Aber zurück zum Ausgangspunkt. Und der liegt in der Herausforderung für die Ärzteschaft, alle wichtigen medizinischen Informationen zu einem Patienten und einem Fall schnell und vollständig angezeigt zu bekommen. Ein Teil davon fand sich vor Einführung des HCM im KIS, ein anderer im PACS und verstreut auf unzählige Subsysteme, zum Beispiel für Sonografieaufnahmen, EKGs oder Lungenfunktionstests. Diesem Wust an Informationsquellen und dem damit verbundenen Risiko, einen Befund zu übersehen oder eine Untersuchung unnötigerweise doppelt durchzuführen, sollte ein Ende gemacht werde.

Über ein Jahr lang begutachtete das eigens hierfür hier gegründete Projektteam insgesamt sieben Systeme mit dem Lable „Vendor Neutral Archive“ bevor es sich für die Lösung von VISUS aus Bochum entschied. „Uns haben mehrere Dinge überzeugt. Zum einen natürlich der starke medizinische Fokus. Wir haben bereits seit Ende der 1990iger ein Dokumentenmanagementsystem im Einsatz, das für administrative Daten auch erhalten bleiben soll. Darum war es uns wichtig, kein zusätzliches, allgemeines VNA zu implementieren, sondern ein medizinisches Archiv, das gleichzeitig die Möglichkeit zur parallelen Betrachtung der Daten über einen Viewer beinhaltet sowie die Möglichkeit, Daten einfach auszutauschen. Im Fokus stand außerdem die Herstellerneutralität, ohne die eine Anbindung der Subsysteme nicht so umfassend realisierbar gewesen wäre. Und schließlich war es uns wichtig, unabhängig zu bleiben und unsere Daten nicht in ein Gefängnis zu stecken, aus dem wir sie nicht wieder herausbekommen. JiveX Healthcare Content Management basiert auf Standards wie DICOM und Profilen wie IHE. Wir kommen also jeder Zeit an die Rohdaten und haben theoretisch die Möglichkeit, in andere IHE-basierte Strukturen zu wechseln. Das ist natürlich nicht geplant, aber es gibt uns auch Investitionssicherheit.“

Einfacher Aufruf aus dem KIS

Mittlerweile ist das HCM im Betrieb, Subsysteme sind angebunden. In der Praxis bedeutet das für die Anwender, dass sie aus dem KIS heraus per rechtem Mausklick auf einen Patienten in das HCM abspringen können und dort alle medizinischen Daten zu diesem Patienten und Fall einsehen können. Dieser Prozess wurde bewusst so gewählt, weil die Zugriffsrechte über das KIS laufen, nicht über das HCM. Ins HCM hinein kommen die Daten über Schnittstellen zu den Subsystemen – eine Arbeit, die innerhalb des Projekts mit am meisten Zeit fraß, weil zu jedem Anbieter einzeln der Kontakt hergestellt werden musste. Dirk Hoffmann: „Das ist eine Sisyphusarbeit. Aber eine, die sich lohnt. Denn die gewissenhafte Anbindung der Subsysteme an das HCM erleichtert uns heute die Arbeit, weil der Datenaustausch zuverlässig automatisiert ist. Wenn ein Arzt zum Beispiel die Befundung einer Sonografieaufnahmen im Spezialsystem abgeschlossen hat, wandern Befund und Aufnahmen automatisch ins HCM und stehen für die Stationsärzteschaft zur Verfügung.“

Auch die radiologischen Bilddaten sind einfach und schnell abrufbar. Seit dem Wechsel hin zum JiveX Enterprise PACS sind sie in einer Art Container im HCM eingebettet. Ebenfalls automatisch übernommen werden die EKGs (die zuvor mit dem JiveX ECG Advanced befundet wurden), die Lungenfunktionstests und weitere Daten, etwa die Patientenkurven aus dem Spezialsystem der Intensivstation.

Aktenplan nach IHE

Es ist allerdings nicht so, dass die Stiftung Mathias-Spital Rheine erst seit der Einführung des JiveX Healthcare Content Managements mehr oder weniger papierlos arbeitet. Eine wirkliche Papierakte gab es während der Dienstzeit von Dirk Hoffmann – immerhin schon gute 15 Jahre – noch nie. Die Devise des Hauses lautete stets, papierbasierte Informationen sofort zu scannen und anschließend zu vernichten.

Seit dem Einsatz des HCM in Kombination mit Funktionen wie dem PDF Print Gateway oder auch der Fotoapp konnten die Digitalisierungsprozesse aber noch einmal vereinfacht werden, weil weniger Arbeitsschritte notwendig sind und eine Umwandlung in Standardformate stattfindet.

Apropos Standard: Bei der Frage, nach welchen Regeln die Akte im HCM aufgebaut sein sollte, mussten die Verantwortlichen nicht lange überlegen. Auch auf Empfehlung von VISUS hin entschied sich das Projektteam für den Aktenplan nach IHE. „Das hatte auch den Grund, dass wir mit dem HCM die Technologie für den Aufbau eines IHE-Registry gekauft hatten, um uns an IHE-basierte externe Aktenstrukturen anschließen zu können. In der Zwischenzeit ist der Aufbau der ePA über die Telematikinfrastruktur so weit fortgeschritten, dass wir aktuell eruieren, wie wir uns mit den vorhandenen Technologien hier möglichst clever anbinden können. Auch hier wird uns JiveX gute Dienste leisten, davon bin ich jetzt schon überzeugt“, so der IT-Leiter abschließend.

Dirk Hoffmann
„JiveX Healthcare Content Management basiert auf Standards wie DICOM und Profilen wie IHE. Wir kommen also jeder Zeit an die Rohdaten und haben theoretisch die Möglichkeit, in andere IHE-basierte Strukturen zu wechseln. Das ist natürlich nicht geplant, aber es gibt uns auch Investitionssicherheit.“

Dirk Hoffmann

IT-Leiter in der Stiftung Mathias-Spital in Rheine



Mathias-Stiftung Rheine

Die Stiftung besteht aus vier Krankenhäusern, am Standort Rheine unterhält sie zwei Betriebsstätten, in Ibbenbüren einen Standort und in Bad Bentheim eine orthopädische Klinik. Darüber hinaus zählt noch eine Rehaklinik in Mettingen zur Stiftung.

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