Sechs IHE Profile in fünf Jahren

Sechs IHE Profile in fünf Jahren

Mit Hilfe von Profilen hat IHE die Integration von KI-Systemen in den radiologischen Workflow beschrieben – und damit das Fundament für reibungslose Prozesse und eine höhere Behandlungsqualität gelegt.

Die Kürzel sind kryptisch, die Zusammenhänge komplex und manche technischen Details für Außenstehende nur schwer verständlich. Die Arbeit an Profilen ist ein Expertenjob. Nicht anders ist es bei der Aufgabe, KI-Ergebnisse in den radiologischen Befundworkflow zu integrieren. Doch die Ergebnisse, da ist sich Dr. Marc Kämmerer sicher, wird jede Anwenderin und jeder Anwender spüren können. „Ein klar definierter, möglichst automatisierter Workflow wird die Befundungsprozesse bis hin zur Befundberichterfassung garantiert beschleunigen. Bildinhalte und Befundtext wachsen zusammen. Damit entsteht ein hohes Potenzial, sowohl die Befundungs- als auch die Befundberichtqualität zu steigern.“

In den vergangenen fünf Jahren sind bereits fünf IHE-Profile für den KI-Workflow entstanden. Nun hat eine von unserem Leiter des Innovationsmanagements gegründete Taskforce unter dem Dach der Standardisierungsinitiative IHE-Europe einen weiteren wichtigen Baustein beigesteuert: das AIRA-Profil. Es beschreibt den Verifikationsprozess von KI-Ergebnissen und über Systemgrenzen hinweg funktionierende Möglichkeit der Verifikation dieser Daten. 

Damit gibt es nun sechs Profile, die sich schematisch drei Blöcken zuordnen lassen: dem Workflow-Management, den Vorgaben für die Darstellung von KI-Ergebnissen mitsamt ihrer Validierung durch die Ärztin oder den Arzt, und den drei Profilen für die Struktur des resultierenden Befundberichts.

Rückenwind aus Markt und Politik

Marc Kämmerer hofft, dass möglichst viele KI-Anbieter sich der Implementierung der Profile widmen werden und sich außerdem der AI Interest Group for Imaging (AIGI) anschließen. So könnten sie aktiv an den Möglichkeiten zur verbesserten Integration ihrer Software in die Arbeitsplätze der Anwendenden arbeiten. „Damit ist die Basis für einen integrierten KI-Workflow gelegt. Es liegt nun an den Anwendern, diese Möglichkeiten von den Herstellern einzufordern. Die Hersteller ihrerseits haben die Chance, sich als early adopter im Markt zu positionieren – eine klassische Win-Win-Situation.“ 

Rückenwind kommt dabei sowohl aus dem Markt als auch aus der Politik. Das Beispiel einer großen deutschen Krankenhauskette, die eine aktuelle Ausschreibung explizit mit der Anforderung ausschließlich strukturierter Befunde versehen hat, steht für die ökonomischen Anreize. Regulatorischer Druck wird aus der Umsetzung des EHDS entstehen, der für den grenzüberschreitenden Austausch strukturierte Daten ebenfalls obligatorisch machen wird. 

Einblicke in die Arbeit von IHE-Europe erhalten Sie hier.