Ein Herz und eine Akte
Die Schüchtermann-Klinik zählt mit ihren kardiologischen und herzchirurgischen Abteilungen zu den größten interdisziplinären herzmedizinischen Zentren Deutschlands. Mit Hilfe von JiveX Healthcare Content Management wurde im Haus eine elektronische Patientenakte eingeführt. Weitere Standorte des Klinikverbunds haben das Archiv nun ebenfalls integriert – ein echter Schub in Richtung eines papierarmen Workflows.
Hinter der IT-Ableitung der Schüchtermann-Klinik in Bad Rothenfelde liegen arbeitsreiche Monate. Den größten Anteil daran hatte sicherlich die Implementation eines neuen Krankenhausinformationssystems (KIS), das neue Möglichkeiten der Digitalisierung eröffnet hat. Parallel zu diesem Großprojekt hat der Klinikverbund das Einsatzgebiet des JiveX Healthcare Content Managements (HCM) ausgeweitet – ein weiterer Schub in Richtung eines papierarmen Workflows.
Für die 1973 gegründete Schüchtermann-Klinik, die zu den größten und renommiertesten Herzzentren Deutschlands zählt, ist es der nächste Meilenstein einer langen Zusammenarbeit mit VISUS. Sie reicht zurück bis ins Jahr 2008, als das JiveX Enterprise PACS die beiden Vorgängersysteme ablöste. „Danach sind wir mit JiveX gewachsen“, erinnert sich Bénedict Scholle, stellvertretender Leiter IT & Medizintechnik der Schüchtermann-Klinik.
Upload-Portal für Bilddaten
Nach und nach wurde JiveX PACS auch in der Dörenberg-Klink Bad Iburg sowie drei Medizinischen Versorgungszentren im südlichen Niedersachsen implementiert. Sämtliche neuen Modalitäten hat man seither konsequent in diese Landschaft eingebunden. Ob klassische Röntgengeräte oder C-Bögen, ob MRT- oder Nuklearmedizingeräte oder Gamma-Kameras: Jede Modalität, die DICOM-fähig ist, wird an JiveX angeschlossen, und mit Blick auf andere Einrichtungen ist Bénedict Scholle „wirklich froh, dass wir ein PACS für alle Belange haben und unser Personal den Aufnahmen nicht hinterherlaufen muss“.
Auch extern unterstützt VISUS den Klinikverbund beim Transport medizinischer Bilddaten und -befunde. Als Mitglied des medizinischen Telekooperationsnetzwerks connectMT erhält die Schüchtermann-Klinik im Jahr über 8.000 Untersuchungen und arbeitet mit rund 70 der insgesamt über 700 Partnereinrichtungen von connectMT zusammen. Zudem verzeichnet die Klinik über das auf der Webseite prominent platzierte JiveX Upload-Portal rund 50 Uploads pro Monat – eine durchaus beachtliche Zahl angesichts der Tatsache, dass die typische Klientel der Kardiologie und Herzchirurgie aus einer Altersgruppe stammt, für die der Umgang mit digital gespeicherten Daten noch alles anders als selbstverständlich ist.
Pragmatische Wege für die Digitalisierung
Pragmatisch gangbare Wege für die Digitalisierung sind also gefragt. Vor rund fünf Jahren reiften in der Klinik die Pläne für eine elektronische Patientenakte. Damit verbunden war die Implementation eines geeigneten Bild- und Dokumentenarchivs. Die Entscheidung für das JiveX HCM sei relativ leichtgefallen, berichtet Bénedict Scholle. „Wenn man sich das JiveX PACS und das JiveX HCM technisch anschaut, sind die Systeme ähnlich aufgebaut. Entsprechend leicht haben wir als Administratoren uns hierin eingefunden.“ 2021 ging JiveX HCM produktiv -, zunächst nur in der Schüchtermann-Klinik und vom Volumen her bewusst schmal, „wir wollten sicherstellen, dass wirklich nur relevante und revisionssichere Daten in das HCM einfließen“. Schritt für Schritt wurden weitere Subsysteme an das HCM angebunden. So arbeitet seit kurzem auch das Medizinische Controlling über das MD-Portal im HCM und nutzt es zur Kommunikation mit den Medizinischen Diensten der Krankenversicherungen.
Ins KIS eingebettet
Als nun mit der Entscheidung für ein neues KIS klar war, dass alle Außenstandorte des Verbundes ebenfalls eine elektronische Patientenakte erhalten sollten, war dies der Auslöser für den nächsten Meilenstein in der Kooperation mit VISUS: die Erweiterung des HCM um eine Mandantentrennung inklusive Multi-Instanzen-Installation in der Dörenberg-Klinik sowie des ambulanten Reha- und Therapiezentrums Medicos Osnabrück. Das in JiveX integrierte Gateway für den Scan- und CD-Import (SIG) erleichterte dabei den seitens der Klinik erwünschten Digitalisierungsschub. „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, dass wir schon bei der Aufnahme möglichst alle medizinischen Daten in das HCM zu importieren, egal aus welcher Quelle sie stammen.“
Am 1. Juli 2024 war der Go live, und die Zwischenbilanz ist laut Bénedict Scholle sehr erfreulich.

„Buchstäblich seit dem ersten Tag an sind die Kolleginnen und Kollegen vom System überzeugt und digitalisieren wirklich fleißig Papierakten. Und im HCM haben sie alle Daten auf einen Blick zusammen.“
Bénedict Scholle
Stellvertretender Leiter IT & Medizintechnik der Schüchtermann-Klinik
Schüchtermann-Klinik
Die Schüchtermann-Klinik in Bad Rothenfelde (Niedersachsen) behandelt rund 10.000 Patientinnen und Patienten jährlich und zählt damit zu den größten und renommiertesten Herzzentren Deutschlands. Die Schwerpunkte liegen in der Herzchirurgie, Kardiologie und Rehabilitation. Die Klinik verfügt über fünf Abteilungen und eine Kapazität von 391 Betten. Zur Unternehmensgruppe mit ihren knapp 1.500 Mitarbeitenden gehören weiterhin die Dörenberg-Klinik in Bad Iburg, das ambulante Reha- und Therapiezentrum Medicos Osnabrück sowie mehrere Medizinische Versorgungszentren.