JiveX ist im See-Spital ein alter Bekannter: Schon seit vielen Jahren nutzen die Schweizer das System, um Non-DICOM-Daten aus der Kardiologie sowie Ultraschalldaten zu verwalten und zu archivieren. Im Zusammenhang mit der Einführung des elektronischen Patientendossiers (EPD) in der Schweiz kam bei der Geschäftsleitung nun der Wunsch auf, alle medizinischen Daten zu digitalisieren, zu konsolidieren und EPD-fit zu machen. Ein klarer Fall für das JiveX Healthcare Content Management (HCM).  

Um zu definieren, welche Prozesse angepackt werden müssen und wie die Anforderungen mit JiveX gelöst werden können, setzte die Logicare AG, VISUS Partner in der Schweiz, zunächst eine Analyse auf. Das Ergebnis: Von den rund 800 Medizintechnikgeräten wurden 46 definiert, die digitalisiert werden müssen. Weitere Schritte sind die Einbindung des radiologischen PACS, die Integration der im KIS generierten medizinischen Daten sowie die Umsetzung eines Scanprozesses. Adrian Weilenmann, IT Solution Engineer bei Logicare, erklärt: „Wir haben eine Roadmap mit mehreren Teilprojekten erarbeitet, die insgesamt über drei Jahre geht. Zunächst haben wir uns darauf fokussiert, die Basis für den Einsatz des HCM zu schaffen.“ Im Klartext bedeutet das, dass zunächst einmal alle notwendigen Modalitäten angeschlossen werden. Zum Einsatz kommen dabei das JiveX Analog Modality Gateway (AMG) und das JiveX PDF Print Gateway. Es gilt, Worklists zu erstellen und den HCM-Viewer einzuführen.

Ein absolutes Novum: Metadaten als Aktenstruktur

Mit der Umsetzung der HCM Strategie, an deren Beginn das See-Spital aktuell steht, geht eine einschneidende Änderung einher. Ein wichtiger Teil der Analyse durch Logicare bestand in der Ausarbeitung eines geeigneten Aktenplans. Schließlich ist es einer der großen Vorteile von JiveX HCM, dass medizinische Daten patienten- beziehungsweise fallbezogen angezeigt und Aktenpläne digital abgebildet werden können. Adrian Weilenmann, Christian Madoery, Leiter Finanzen und IT-Verantwortlicher, sowie Hanspeter Erzinger-Manea, der IT-Koordinator im See-Spital, entschieden sich letztlich für einen ebenso mutigen wie konsequenten Schritt: Als Aktenplan sollte künftig das Metadatenset der IHE Suisse für das EPD dienen. „Das Metadatenset wurde vom Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz herausgegeben und ist für die Spitäler verpflichtend. Es umfasst 13 Attribute zur Strukturierung medizinischer Daten, die jedes Dokument, das in das EPD gelangt, umfassen muss. Vor diesem Hintergrund schien es uns nur logisch, das Metadatenset als Aktenstruktur aufzugreifen. So vermeiden wir doppelte Strukturen und sind gesetzlich auf der sicheren Seite“, erklärt Adrian Weilenmann.

Zu den Attributen des Metadatensets zählen zum Beispiel die Rolle des Autors, die medizinische Fachrichtung des Autors, das Format, die Vertraulichkeitsstufe oder der Typ der Gesundheitseinrichtung. Mit der Einhaltungspflicht dieses Sets soll sichergestellt werden, dass medizinische Informationen tatsächlich mühelos zwischen den Einrichtungen ausgetauscht und auch in die jeweilige Struktur der beteiligten Gesundheitseinrichtungen übertragen werden können.

Mit dem JiveX Healthcare Content Management ist die Umsetzung dieser Aktenstruktur kein Problem. Denn mit JiveX lassen sich bekanntermaßen IHE-Profile leicht adaptieren und natürlich gibt es auch für das Datenset mit IHE-SVS ein entsprechendes Profil. Neben dem IHE-SVS-Profil kommt auch das IHE-XDS- Profil zum Einsatz, das die notwendigen Parameter für den Austausch und den Empfang von Daten regelt.

Alles auf einen Blick

„Neben der Umsetzung von IHE-Profilen spielte bei uns das Viewing eine besondere Rolle. Denn unser Ziel bestand nicht nur darin, alle Daten einheitlich zu archivieren, sondern sie in der täglichen Praxis auch einheitlich zu nutzen. Das bedeutete zum Beispiel, dass wir auch die Daten aus dem Fremd-PACS, die in JiveX laufen, über einen Viewer zur Befundung bereitstellen wollen. Der HCM Viewer erfüllt alle Anforderungen zugleich: Er ist MPG-konform, kann medizinische Daten unabhängig von ihrem Format anzeigen und erlaubt die Abbildung der Aktenstruktur sowie gute Filtermöglichkeiten“, erklärt das See-Spital. Bis die Anwender von dem kompletten Funktionsspektrum profitieren, wird noch einige Zeit vergehen. Aber schon jetzt sind die Reaktionen der Nutzer extrem positiv: „Gerade die jungen Ärzte können es gar nicht abwarten, alle Daten über JiveX zu erhalten. Denen geht es gar nicht so sehr um die Erfüllung von EPD-Standards, sondern um den Komfort in der täglichen Arbeit. Mit JiveX sind alle Daten auf einen Blick zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar. Prozesse werden so sicherer und schneller“, berichtet Adrian Weilenmann, der natürlich eine optimale EPD-Unterstützung im Fokus hat, aber auch die vielen Vorteile in den täglichen Prozessen heraushebt.

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Das See-Spital ist in Horgen und Kilchberg verankert, aber über die Kantonsgrenzen hinaus vernetzt und ist sowohl für akute Notfälle als auch für ambulante und stationäre Behandlungen eingerichtet. Der erstklassige Service richtet sich an Grund- und Zusatzversicherte. Das See-Spital am Standort Horgen ist Zentrum für die regionale Grundversorgung mit den zentralen Bereichen Notfall, Intensivstation, Innere Medizin, Akutgeriatrie, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe. Die Betreuung der gesamten IT im See-Spital übernimmt die Logicare AG, mit Hanspeter Erzinger-Manea gibt es am Standort Kilchberg einen IT-Koordinator, der die personelle Schnittstelle zwischen IT und Spital darstellt.